Malve - Eine Heilpflanze
Die Teedroge -
Flores Malvae
Die Malve ist ein
Heilkraut, das auf die Schleimhäute der oberen Luftwege und des
Mund- und Rachenraumes heilend wirkt, da es außerordentlich viel
Schleimstoff enthält und damit das entzündete Gewebe wie mit einem
Schutzfilm überzieht. Die Malve wirkt wie alle Schleimdrogen
Hustenreiz lindernd, sie wird allein selten angewandt, ist aber
Bestandteil vieler Hustentees. Aber gerade allein angewandt spürt
man die weiche Wirkung in Mund und Rachen deutlich, besonders bei
rauer Stimme, Heiserkeit und Kehlkopfentzündung schafft die Malve
schnell Abhilfe. In derselben Weise wirkt
Malventee auch auf entzündete Magen- und Darmschleimhäute. Zubereitung:
Bei der Zubereitung des
Aufgusses muss beachtet werden, dass er nicht wie üblich mit kochend
heißem Wasser gebrüht wird, sondern Blüten und Blätter über Nacht in
lauwarmem Wasserausgezogen werden, um nicht die heilsamen
Pflanzenschleime zu zerstören.
Man übergießt 2 gehäufte
Teelöffel der geschnittenen Droge mit ¼ l lauwarmem Wasser und lässt
den Ansatz unter gelegentlichem Umrühren 5 bis 10 Stunden ziehen.
Der Tee gegen Husten sollte mit Honig gesüßt werden.
Schon in der Antike war die Malve als Heil-, Nutz- und
Gemüsepflanze (Käsepappel - weil das Innere der Fruchtkapsel wie ein
runder Käseleib aussieht) in Gebrauch, wobei sie heute in der
Schulmedizin nicht mehr verwendet wird, jedoch Bestandteil vieler
Hustentees in Verbindung mit der Schlüsselblume (Primula veris) ist.
Aus den jungen Blättern kann ein Salat zubereitet werden. Die Malve
wurde verräuchert, um Fruchtbarkeit zu erlangen, gesunde Kinder zu
gebären und als Schutz vor Krankheit - gut geeignet in einer
Räuchermischung mit Johanniskraut, Eisenkraut, Rose, Angelika,
Kalmus, Mariendistel, Linde, Sonnenhut, Wegwarte.
Xenokrates, ein Arzt des Kaisers Tiberus
behauptete, daß Malvensamen über die Genitalien gestreut, die Lust
des Mannes ins Unendliche steigern ("Schwellkraut").D ie Malvensamen
galten auch- gegessen - bei Frauen als ein sehr starkes
Aphrodisiakum. Der Volksname "Pissblume" hat übrigens nichts mit
dem angeblichen Gestank zu tun. Diese Bezeichnung bezieht sich auf
ihre Funktion als "Schwangerschaftstest" alter Zeiten. Eine Frau
urinierte auf die Malve. Verdorrte diese nach einigen Tagen, war sie
nicht schwanger, blieb sie grün, waren Mutterfreuden zu erwarten! So
wurde diese Blume sogar zur "Wahrheitsdroge" - man verwandte dieses
Verfahren nämlich auch zur - früher ja wichtigen - "Prüfung der
Unschuld"! Außerdem gilt sie als altbekanntes Heilkraut. Bei den Römern war
es üblich, sie mit Öl und Salz, Wein oder Honig zu kochen. Sie
nannten das "omnimorbium" - "heilsam gegen alle Krankheiten".
Wichtig ist, daß man Malven möglichst frisch - nicht getrocknet -
anwendet. Der Saft hilft bei Insektenstichen oder Quetschungen.
Gegen Hautausschläge oder großporige Haut nützt eine Kompresse: Sie
übergießen einen Beutel Malventee (aus dem Lebensmittelgeschäft oder
dem Reformhaus) mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie etwas
ziehen und rühren Sie einen Eßlöffel Bienenhonig hinein! Mit der
Flüssigkeit tränken Sie ein Tuch und legen sich das auf die Haut.
Eine Viertelstunde soll es liegen bleiben. Eine Spülung ist gut für
angegriffenes oder sprödes Haar (allerdings nicht für blondes). Dazu
kochen Sie zwei Eßlöffel zerkleinerte Malvenwurzel in einem halben
Liter Wasser eine Viertelstunde. Lassen Sie abkühlen, bevor Sie
abseihen! Diese Flüssigkeit nehmen Sie nach dem Haarewaschen zum
Spülen.
Auch heute noch wird sie in der Heilkunde angewandt. Die Blüten
enthalten viel Schleim, der für Mund- und Gurgelwässer verwendet
wird. Als Breiumschlag wirkt er reizmildernd bei akuten
entzündlichen Ekzemen.
Die ebenfalls schleimhaltigen Blätter werden auch zur Blütezeit
gesammelt und innerlich angewandt. Als Tee wirken sie
auswurffördernd. Dazu nimmt man zwei Teelöffel der getrockneten
Blätter und setzt sie mit einem Viertelliter lauwarmem Wasser an.
Nach fünf bis zehn Stunden seiht man ab. Gegen Husten soll der Tee
mit Honig gesüßt werden.
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