Malve - Historie
Schon im Altertum wußte man: die Malve hat erweichende
Eigenschaften. Der Botaniker Dioscurides nannte sie "malakos" - das
heißt "weich". Daher kommt ihr Name.
Schon in der Antike war die Malve
als Heil-, Nutz- und Gemüsepflanze (Käsepappel - weil das Innere der
Fruchtkapsel wie ein runder Käseleib aussieht) in Gebrauch, wobei
sie heute in der Schulmedizin nicht mehr verwendet wird, jedoch
Bestandteil vieler Hustentees in Verbindung mit der Schlüsselblume (Primula
veris) ist. Aus den jungen Blättern kann ein Salat zubereitet
werden. Die Malve wurde verräuchert, um Fruchtbarkeit zu erlangen,
gesunde Kinder zu gebären und als Schutz vor Krankheit - gut
geeignet in einer Räuchermischung mit Johanniskraut, Eisenkraut,
Rose, Angelika, Kalmus, Mariendistel, Linde, Sonnenhut, Wegwarte.
Xenokrates, ein Arzt des Kaisers Tiberus
behauptete, daß Malvensamen über die Genitalien gestreut, die Lust
des Mannes ins Unendliche steigern ("Schwellkraut").D ie Malvensamen
galten auch- gegessen - bei Frauen als ein sehr starkes
Aphrodisiakum. Der Volksname "Pissblume" hat übrigens nichts mit
dem angeblichen Gestank zu tun. Diese Bezeichnung bezieht sich auf
ihre Funktion als "Schwangerschaftstest" alter Zeiten. Eine Frau
urinierte auf die Malve. Verdorrte diese nach einigen Tagen, war sie
nicht schwanger, blieb sie grün, waren Mutterfreuden zu erwarten! So
wurde diese Blume sogar zur "Wahrheitsdroge" - man verwandte dieses
Verfahren nämlich auch zur - früher ja wichtigen - "Prüfung der
Unschuld"! |
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